Geschichte
Die ersten Urmenschen lebten wahrscheinlich in Ostafrika. Am Ende der Entwicklung steht vor rund 200000 Jahren der erste Homosapiens. Vor rund 100000 Jahren verlässt eine vermutlich kleine Gruppe von einigen Hundert bis höchstens 2000 Menschen der Gattung Homosapiens erstmals den afrikanischen Kontinent in Richtung Asien. Die gut 100000 Jahre, die der Mensch in Afrika für seine Entwicklung brauchte, bis er in die weite Welt aufbrach, stellt etwa die Hälfte der gesamten Geschichte des Homosapiens bis heute dar. In dieser Zeitspanne konnten sich viele unterschiedliche Völker, Ethnien und Clans auf dem afrikanischen Kontinent herausbilden, lange bevor es den modernen Menschen irgendwo anders auf der Welt gab.
Vor gut 10000 Jahren begannen Menschen in verschiedenen Teilen der Welt das bisherige Leben als herumziehende Jäger und Sammler aufzugeben. Sie wurden sesshaft, bauten Pflanzen an, züchteten Tiere und lebten in zunehmend festeren und stabileren Häusern. Damit begann eine Entwicklung, die die Basis für die Grundidee von Zivilisation legte. Es ist kein Zufall, dass die erste große Zivilisation des modernen Menschen sich vor rund 7000 Jahren im Norden Afrikas herauszubilden begann. An den fruchtbaren Ufern des Nils. Über 6000 Jahre leben Menschen in Afrika in unterschiedlichsten Gruppen und Gemeinschaften zusammen in weiten Teilen des Kontinents ohne wesentliche Einflüsse von außerhalb. Afrikanische Zivilisationen so alt, so vielfältig, so weitgehend vergessen oder unverstanden.
Mit Ausnahme der ersten und größten, die ägyptischen Pharaonen-Dynastien, mit ihren imposanten Pyramiden faszinieren seit jeher. Die ersten afrikanischen Menschen, die nach Europa verschleppt worden waren, wurden hier anfangs eher als “exotische Figuren” mit Neugier betrachtet. In den meisten afrikanischen Zivilisationen kannte man vor dem Eintreffen der Europäer zwar auch Sklaven, die als Beute nach kriegerischen Auseinandersetzungen mitgenommen worden waren. Es ging hierbei jedoch eher um ein Familienmitglied mit eingeschränkten Rechten als um ein Stück Gut, das man schlechter als Vieh hätte behandeln dürfen. Folglich besaß der Sklave Bürgerrechte und zusätzlich auch Eigentumsrechte.
Die einschneidende Veränderung kam, als die Europäer in Nord- Mittel- und Südamerika für die in kürzester Zeit entstandenen riesigen Plantagen, auf denen vor allem Baumwolle, Tabak und Zuckerrohr angepflanzt wurden, dringend Arbeiter brauchten, um die gigantisch steigenden Gewinne immer höher treiben zu können. In kürzester Zeit bildete sich eine Mafia europäischer, afrikanischer und arabischer Händler, die mit unglaublicher Menschenverachtung ein völlig neues Verständnis von Sklaven einführten. Es ging nicht mehr um Menschen mit weniger Status, sondern nur noch um Ware, die möglichst gewinnträchtig zu fangen, zu transportieren und zu verkaufen war.
Bescheidene Schätzungen gehen von mindestens 20 Millionen – wahrscheinlich aber eher 50 Millionen – Afrikanerinnen und Afrikanern aus, die als Sklaven unter den entwüdigendsten Umständen deportiert wurden.
Kolonialzeit
Die Idee, dass ein europäisches Land erst dadurch wirklich mächtig wird, wenn es auch internationale Machtpolitik betreibt, war noch relativ jung – der Begriff der Imperialismus wurde hierfür prägend. Es war anfangs vor allem die Konkurrenz zwischen England und Frankreich, die einen Motor auch zur Entdeckung und dann folgender Beschlagnahme des afrikanischen Kontinents bildete. Andere europäische Länder, wie Deutschland, Belgien oder Italien spielten erst relativ spät eine Rolle auf dem afrikanischen Kontinent. Die, die ursprünglich die Ersten gewesen waren, wie die Portugiesen und Spanier, beschränkten sich zumeist auf jene Küstenländer, in denen sie von Anfang an saßen.
Eine Ausnahme waren die Holländer im südlichen Afrika, die ihre Kontakte zum Mutterland gekappt hatten und sich nun als weiße Afrikaner mit von Gott gegebenem Recht auf afrikanisches Land verstanden. Unter dem Schutz des Kaisers hissen schließlich auch der Bremer Tabakhändler Lüderitz in Deutsch-Südwestafrika, heute Namibia, Carl Peters in Deutsch-Ostafrika, heute Tansania, und Gustav Nachtigal im westafrikanischen Togo und Kamerun die deutsche Flagge. Der belgische König Leopold II., ein Spekulant großen Stils auf kleinem Thron, mischt sich im Kongo ein und erklärt einen belgischen Kongo-Freistaat. Otto von Bismarck lud am 15. 11. 1884 zur Kongo-Konferenz ein. Was ursprünglich vor allem als ein Klärungsversuch der portugiesischen Ansprüche auf die Kongo-Mündung und der Kolonialpläne des belgischen Königs auf das Kongo-Becken begann, endete mit der vollständigen Aufteilung des afrikanischen Kontinents unter den europäischen Mächten.
Afrika und die beiden Weltkriege Beide Weltkriege wurden in Europa begonnen, aber später auch in Afrika geführt. Dabei zogen die Europäer Tausende von Afrikanerinnen und Afrikanern in ihre Kriege ein, ohne dass diese auch nur eine Chance gehabt hätten, sich dem zu entziehen. Viele Afrikaner mussten in den Armeen ihrer Kolonialmächte kämpfen. Und die Soldaten nahmen kritisch wahr, dass sie zur Verteidigung von Werten eingesetzt wurden, welche die Kolonialherren in Afrika selbst mit Füßen traten. 1941 verabredeten Winston Churchill und US Präsident Roosevelt die Atlantik Charta. Danach unterstützten die USA England gegen Hitler-Deutschland, wenn diese bereit sind, die USA am Handel mit Rohstoffen auch aus Afrika gleichberechtigt teilhaben zu lassen.
Unabhängigkeit
Der Weg endete mit zahlreichen Enttäuschungen. Die Abhängigkeit von den Industrienationen blieb auch nach dem Ende der formalen Kolonialherrschaft bestehen. Machtgierige Despoten stürzten viele Länder bald in diverse ökonomische und politische Krisen.
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