Die Welt

Vorsicht Trolle!

Abgelegt unter: Norwegen — 13. März 2007 @ 04:23

 

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Weit oben im Norden, wo der raue Winter peitschend die Küsten erstürmt, finden Sie ein langes und schmales Land. Hier gibt es dunkle Wälder mit mondbeschienenen Seen, tiefe Fjorde, die von gewaltigen, schneebedeckten Bergen umgeben werden, lange Flüsse und reißende Ströme, die an den Klippen herabstürzen.

Heute ist dieses Land nur 6 Monate im Jahr von Schnee bedeckt. Aber vor langer, langer Zeit herrschte hier über tausende von Jahren ein massiver Gletscher.
Allmählich erwärmte sich das Klima und der Gletscher wich langsam in den Norden zurück. Nach und nach wurde das Land südlich des Gletschers von Menschen entdeckt und erkundet. Sie entschieden sich hier anzusiedeln und betrachteten sich als die ersten Bewohner Norwegens, wie sie das Land nannten. Sich selber bezeichneten sie als Normannen, Männer des Nordens.

Es dauerte nicht lange, bis sie merkten, daß hier auch andere Kreaturen lebten, die sich draußen in den Bergen und Wäldern versteckt hielten. Man wußte nicht, wer oder was diese Wesen waren, aber man sprach ihnen übernatürliche Kräfte zu und nannte sie Trolle.
Die Trolle kamen erst nach Sonnenuntergang aus ihren Verstecken und verschwanden wieder noch bevor die Sonne im Osten aufging. Bei direktem Kontakt mit der Sonne konnten die Trolle angeregt werden zum Springen, oder sie wurden zu Stein, möglicherweise konnten sie sogar explodieren. Es passierte öfter, daß Trolle vergessen hatten, sich vor der Sonne zu verstecken und so wurden sie zu Stein. Noch heute kann man Formationen finden, die Troll-Merkmale aufweisen.

Hauptsächlich sah man Trolle in hellen mondbeschienenen Nächten oder während einer stürmischen Nacht, wo sie besonders gut jemanden erschrecken konnten, der sich damals versehentlich noch draußen befand.
Die Trolle hatten sehr verschiedene Merkmale. Sie hatten lange krumme Nasen, nur jeweils vier Finger und Zehen an Händen und Füßen und die meisten hatten lange buschige Schwänze. Einige der Trolle waren Riesen, andere wiederum waren sehr klein von Wuchs. Es soll sogar Trolle mit nur einem Auge in der Mitte der Stirn gegeben haben. Andere waren bewachsen von Ästen und Gestrüpp, Moos wuchs auf ihren Köpfen und Nasen.
Obwohl die meisten zottiges Haar hatten und furchterregend aussahen, galten sie auch als gutmütig und einfältig. Und tatsächlich waren manche so naiv, daß schlaue Bauernjungen sie oft leicht überlisten konnten, wie in einigen Geschichten überliefert wurde.

Die meisten Trolle wurden über hundert Jahre alt, doch durch ihre scheue Natur sind ihr wahrer Ursprung und Lebensstil sowie die Mächte, die sie besaßen, immer ein Rätsel gewesen.
Zu einer der übernatürlichen Mächte der Trolle, zählte die Fähigkeit, sich umzugestalten. Die Fee-Maiden, „Hulder” genannt, konnten sich in ausgesprochen attraktive junge Damen verwandeln. Nur waren sie nicht der Lage, ihre Schwänze loszuwerden. Jäger und Bauernsöhne, die von diesen Feen in die Berge gelockt wurden, mußten also erst herausfinden, ob ihre neuentdeckten Schönheiten im Besitz eines Schwanzes waren oder nicht.

Sollte ein Troll sich erzürnen, so kannte dieser Zorn keine Grenzen. Wenn sich zum Beispiel ein Bauer mit einem Troll erzürnte, konnte sein ganzer Viehbestand anfällig für Krankheiten werden, oder er selber bekam eine gefährliche Krankheit oder aber noch viel schlimmere Dinge konnten passieren. Daher war es wichtig sich keinen Troll zum Feind zu machen.Andererseits konnte sich eine gute Beziehung zu einem Troll sehr lohnend erweisen.
Selbst in der heutigen Zeit ist es ratsam in einem guten Licht mit den Trollen zu stehen, da man nie wissen kann, wann man selber mal einem begegnet.

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