Flora und Fauna
Von Australiens 12 000 Pflanzenarten kommen 80 Prozent nur hier vor. Die einheimische Tierwelt kennt als Exklusivität die Kloakentiere, archaische eierlegende Säugetiere, und in grosser Vielfalt die Beuteltiere. Diese ebenfalls primitiven Säuger sind im Laufe der Evolution von den höheren Säugetieren übertrumpft worden, die dank einer Plazenta für ihre Embryos einen Entwicklungsvorteil zu haben scheinen. Nur in Südamerika und vor allem in Australien fanden die Beuteltiere eine ökologische Nische. So gibt es in Australien über 140 Beuteltierarten, von der winzigen Flachkopfbeutelmaus bis zum Roten Riesenkänguruh, vom räuberischen Beutelteufel bis zum possierlichen Koala.
Es wird angenommen, daß vor der europäischen Besiedlung rund ein Viertel Australiens von Wald bzw. Busch bedeckt war. Heute, nach der Umwandlung großer Waldgebiete in landwirtschaftliche Nutzflächen, sind es rund 12%. Die meisten der großen Wälder liegen im Osten Australiens. An der Ostküste von Queensland gibt es tropischen Regenwald. Die Nordküste wird von Mangroven gesäumt. In den subtropischen und gemäßigten Gebieten bestimmen immergrüne oder Laub abwerfende Trockenwälder die Vegetation. Artenreiche Laub- und Mischwälder aus Eichen, Eschen, Zedern, Birken und Kiefern sowie Lorbeergewächsen gedeihen in den Küstenebenen im Osten. Die höheren Lagen der Great Dividing Range sind von ausgedehnten Nadelwäldern bedeckt. Rund 22 000 Pflanzenarten sind endemisch: sie haben sich nur in Australien entwickelt. Unter den typischen Pflanzen des Kontinents sind an erster Stelle die jeweils rund 600 Arten des Eukalyptus und der Akazie zu nennen. Viele Wälder bestehen aus Pflanzen dieser beiden Gattungen. Weitere Besonderheiten der australischen Flora sind die Flaschen- und die Grasbäume.
Während des Mesozoikums, das vor etwa 65 Mio. Jahren zu Ende ging, brach der Urkontinent Gondwana auseinander und teilte sich in Südamerika, Afrika, Vorderindien, Australien und Antarktis. Bis zur Ankunft der Europäer im 17./18. Jahrhundert hat sich Australiens Flora und Fauna im wesentlichen eigenständig entwickelt. Zu dieser Australischen Region genannten biologischen Sonderzone gehören neben dem eigentlichen Australien und Tasmanien noch Neuguinea, Neuseeland und die pazifischen Inseln im Osten Australiens. Ostindonesien bildet den Übergangsraum zur eurasischen Region.
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Die Beuteltiere haben in Australien nicht nur eine besondere Artenvielfalt entwickelt, sondern waren bis zum 18. Jahrhundert auch die einzigen Säugetiere des Kontinents. Bis heute sind rund 250 Arten bekannt. Typisches Merkmal dieser Unterklasse der Säugetiere ist, daß der Nachwuchs nicht durch eine Plazenta in der Gebärmutter ernährt wird, sondern sehr früh zur Welt kommt und sich in einem beutelähnlichen Hautsack des Muttertieres, in dem sich auch die Zitzen befinden, entwickelt.
Känguru und Koala sind die wohl bekanntesten Beuteltiere Australiens. Es gibt mehr als 50 Känguruarten, die sich stark voneinander unterscheiden. Zu den Großkängurus gehören das Graue und das Rote Riesenkänguru, die bis zu 2 m groß werden können. Sie sind in der Lage, 10 m weit und 3 m hoch zu springen. Etwa so groß wie ein Kaninchen sind die Wallabys, die auch als Kängururatten bezeichnet werden. Das Baumkänguru lebt zwar auch überwiegend auf dem Boden, übernachtet aber in Eukalypten.
Die Eukalyptuswälder sind auch das Lebensgebiet der Koalas. Im Gegensatz zu den Kängurus gehören Koalas zu den gefährdeten Tierarten, da die Fläche der Eukalyptuswälder schrumpft. Koalas leben ausschließlich von den Blättern bestimmter Eukalypten - und riechen entsprechend stark danach. Sie sind ausgesprochen träge und schlafen manchmal länger als 40 Stunden an einem Stück.
Weitere bekannte Beuteltiere sind die Wombats, die großen Nagetieren ähneln. Der Haarnasenwombat wird bis zu 70 cm lang, der Nachtnasenwombat erreicht bis zu 1m.
Die meisten Raubbeutler sind entweder ausgestorben oder ausgerottet. Vor mehreren Millionen Jahren gab es Säbelzahnbeutler und Löwenbeutler. Der letzte frei lebende Beutelwolf wurde 1930 erschlagen; das letzte Exemplar dieser Art starb 1936 in einem Zoo. Nur noch auf Tasmanien kommt der Beutelteufel vor, eine rund 80 cm lange, sehr stämmige Raubtierart, die sich überwiegend von Schlangen und Vögeln, aber auch von Aas, ernährt. In Australien selbst wurde er ausgerottet, zum einen durch den Menschen, zum anderen durch die sich stark vermehrenden Dingos, die australischen Wildhunde.
Kloakentiere sind eine evolutionäre Besonderheit Australiens. Es sind die einzigen Säugetiere, die Eier legen. Der Name dieser Ordnung leitet sich vom Kloake genannten Endabschnitt des Enddarms ab, in den - wie auch bei Vögeln und Kriechtieren - der Ausführgang der Geschlechtsorgane mündet. Die Familien der Schnabeltiere und der Ameisen- oder Schhnabeligel sind die einzigen Vertreter dieser Unterklasse.
Weitere Besonderheiten der australischen Tierwelt sind z.B. der Leiervogel, der wie viele der in Australien lebenden Echten Papageien ein hervorragender Imitator ist, und der Kookaburra: dieser Vogel wird wegen seines charakteristischen Rufs auch als “Lachender Hans” bezeichnet.
In den Sumpfgebieten des Nordens und in Brackgewässern lebt das Leistenkrokodil, eine der drei Salzwasserkrokodilarten. Nicht selten schwimmt es große Strecken im Meer. Es wird bis zu 6 m lang und ist wegen seiner Aggressivität gefürchtet. In den Wüstengebieten des Outbacks lebt der Wüstenteufel, eine Agamenart, dessen Körper mit bunt gefärbten Hauauswüchsen bedeckt ist, die wie Dornen aussehen. Nur im Bundesstaat Victoria im Südosten Australiens kommt der Riesenwurm vor - er ist mit einer Länge von bis zu 3,5 m der größte Erdwurm der Erde.
In den Gewässern Ostaustraliens lebt der Australische Lungenfisch, der wie der Amerikanische und der Afrikanische Lungenfisch aus der Luft Sauerstoff bezieht, im Gegensatz zu seinen Verwandten aber auch in der Lage ist, seinen Sauerstoffbedarf aus Wasser zu decken.
Mit den Europäern kamen ab 1788 Tiere der eurasischen Region nach Australien. Dadurch wurde das ökologische Gefüge erheblich gestört. Pferde, Ratten, Rotfüchse, Altweltkamele, Wasserbüffel und besonders Kaninchen vermehrten sich sehr stark, da sie kaum natürliche Feinde hatten und wurden zu Futterkonkurrenten der einheimischen Tiere. Bis heute hat Australien mit den damit verbundenen Probleme zu kämpfen, die kaum zu lösen sind. 1951 z.B. wurden Myxoviren ausgebracht, die bei Kaninchen die tödlich verlaufende Myxomatose, eine Blutkrankheit, hervorrufen. 20 Jahre lang nahm die Zahl der Kaninchen ab - dann setzte bei den Tieren eine Immunisierung ein.
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Im Landesinneren, Westen und Süden ist es trocken oder halbtrocken mit sehr heißen Sommern. Im Norden rund um Darwin und der Halbinsel Cape York ist es das ganze Jahr über heiß und während des Sommermonsuns feucht. Gemäßigt sind nir der Osten und der Südosten bis 400 km Entfernung von der Küste aus sowie der Südwesten um Perth.
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